Wölfe Voreifel 3 – HVE Herren 1 29:21 (12:14)

Am Sonntagnachmittag reiste die erste Herrenmannschaft nach Merl zum Spiel gegen die Wölfe 3. Die Ausgangslage war klar: Zwei wichtige Punkte mussten her, um einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen – zumal einige direkte Konkurrenten bereits gepatzt hatten. Doch daraus wurde letztlich nichts.

Mit hohen Erwartungen und einer klaren Marschroute ging das Team in die Partie. Das Tempo im Angriff sollte – wie in den vergangenen Spielen – hochgehalten werden, während in der Abwehr wieder mehr Zugriff nötig war. Der Start verlief vielversprechend: Von 0:2 (1. Minute) bis zum 12:14 (30. Minute) führte der HVE durchgehend in der ersten Halbzeit. Der Vorsprung variierte dabei stets zwischen einem und drei Toren. Allerdings zeigte sich erneut eine der großen Schwächen der vergangenen Wochen: die mangelhafte Siebenmeter-Quote. Dies sorgte für Unruhe auf der Bank. Dennoch ging der HVE mit einer Zwei-Tore-Führung in die Halbzeitpause.

Was dann geschah, ist nur schwer zu begreifen.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber mit einer „Jetzt-erst-recht“-Einstellung zurück auf die Platte – schließlich ging es für sie ebenfalls um alles, standen sie doch mit sieben Punkten Rückstand auf den HVE auf einem Abstiegsplatz. Ganz anders präsentierte sich der HVE. Mit dem 15:14 (35. Minute) übernahmen die Wölfe erstmals die Führung.

Wer nun ein knappes und spannendes Spiel erwartete, wurde eines Besseren belehrt. Der zwischenzeitliche Ausgleich zum 15:15 war für längere Zeit das letzte Tor der Erftstädter. Die Gastgeber nutzten die Schwächephase des HVE konsequent aus und erspielten sich durch einen 7:1-Lauf in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit eine deutliche Führung. Nach 50 Minuten stand es bereits 25:18 – ein 10:3-Lauf der Wölfe. Der HVE sah sich einem Fünf-Tore-Rückstand gegenüber, und Coach Micha musste bereits seine dritte Auszeit nehmen.

In den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit gelangen dem HVE sage und schreibe nur drei Tore. Nein, kein Schreibfehler – leider nicht. Eine derart schwache Leistung hatte die Mannschaft in dieser Saison noch nicht gezeigt. Fehlwürfe, technische Fehler in Hülle und Fülle sowie eine nicht mehr existente Abwehr machten diese zweite Halbzeit zur mit Abstand schlechtesten der vergangenen Jahre.

Das Endergebnis wollen wir euch nicht vorenthalten: Mit 29:21 wurde das Team mehr als verdient ohne Punkte nach Hause geschickt.

Fazit: Die Gastgeber wollten den Sieg mehr – und taten auch mehr dafür. Immer wieder setzten sie mit einfachem Stoßen auf die Nahtstellen und schnellem Passspiel durch die eigenen Reihen die Gäste unter Druck. Genau dieses Spiel, das Coach Micha seinen Jungs immer wieder ans Herz legt, wurde dem HVE heute eindrucksvoll vorgeführt.

Eine Leistung zum Vergessen – denn mit einer derartigen Vorstellung wird man in dieser engen Liga nicht bestehen können. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Niederlage als Weckruf dient und die letzten drei Spiele mit einer anderen Einstellung angegangen werden.