Wölfe Voreifel III – HVE Herren I 29:32 (10:15)
Keine Glanzleistung, aber die nächsten beiden Punkte: Die 1. Herren kann nach einem zähen Sieg in Rheinbach mit 8:2 Punkten in ausgezeichneter Lage in die Herbstpause gehen.
Der HVE konnte mit fast vollem Kader, aber dennoch einigen angeschlagenen Spielern am 5. Spieltag bei den Wölfen antreten. Gegen die bisher punktlosen Gastgeber war der HVE nach gutem Saisonstart favorisiert, Coach Micha hatte aber bereits unter der Woche vor einem schwierigen Gegner, der Erftstadt nicht gerade gut liegt, gewarnt.
Der HVE braucht die ersten 5 Minuten, um in die Partie zu finden, übernahm dann aber wie so oft in dieser Saison bereits in der Anfangsphase das Ruder (2:5/9. Minute). Insbesondere die Abwehr war schnell auf der Höhe und gab den Wölfen nur wenig Raum zur Entfaltung. Diese waren dadurch nach knapp 15 Minuten mit nur 4 Treffern zur ersten Auszeit der Partie gezwungen (4:7). Nach dieser änderte sich das Bild zunächst nicht, der HVE blieb zwingender, und konnte sich immer dann, wenn der Ball geduldig durch die eigenen Reihen lief gute Würfe herausspielen. Mitte der Halbzeit kam der HVE so zu seiner besten Phase der Partie, konnte sich von 8:11 mit einem 0:4 Lauf bis kurz vor der Halbzeit auf 8:15 absetzen. An dieser Stelle hätte der HVE wohl die Chance gehabt, die Partie früh zu entscheiden, aber anstatt bis zum Pausenpfiff durchzuziehen kam plötzlich Hektik auf, in der mehrfach der Ball weggeworfen und den Wölfen noch zwei Treffer erlaubt wurden – mit 10:15 ging es in die Pause.
Insgesamt hatte sich der HVE damit eine gute Ausgangsposition geschaffen, die trotz eines nicht immer spielerisch überzeugenden Angriffs für Ruhe hätte sorgen können. Die Abwehr stand in der ersten Halbzeit sehr gut und über einen Großteil der ersten Halbzeit hatte der HVE eindeutig die Partie im Griff gehabt. Lediglich die letzten Minuten waren chaotisch gelaufen – leider ein Vorbote auf das, was die zweite Halbzeit bringen sollte.
In der Vorwoche noch hatte der HVE direkt nach dem Seitenwechsel mit einem furiosen Start eine ähnliche Partie entschieden, an diesem Sonntag aber war es, als wäre vor der Pause der Stecker gezogen worden. Nach 2:29 Minuten hatten die Gastgeber bereits so viele Treffer (4) erzielt wie in den ersten 15 Minuten der ersten Halbzeit, nach nicht einmal fünf Minuten hatten die Gäste den Rückstand bei 16:17 beinahe egalisiert. Coach Micha war zur schnellen Auszeit gezwungen, nachdem der HVE sich zumindest wieder fing – die Partie war aber plötzlich wieder komplett offen. Der HVE legte wieder vor, die Wölfe konterten aber immer wieder umgehend und ließen sich partout nicht abschütteln.
Schön anzusehen war diese Halbzeit sicher nicht – beide Mannschaften zeigten wenig spielerischen Witz in der Offensive, vielmehr regierten die Einzelaktionen auf beiden Seiten. Der HVE konnte dabei defensiv leider nicht mehr an die enge Deckung aus Halbzeit eins anknüpfen und erlaubte zu viele Durchbrüche. Dadurch blieb das Spiel durchgehend eng, immer wieder konnten die Wölfe bis auf ein Tor aufschließen (23:24/ 50. Minute). Danach konnte sich der HVE in Überzahl endlich wieder auf drei Tore absetzen. Die Wölfe gaben sich aber nicht geschlagen und öffneten die Abwehr, was der HVE aber mit dem Treffer zum 27:31 zwei Minuten vor Schluss entscheidend bestrafte. Über die letzten beiden Minuten sei besser der Mantel des Schweigens gehüllt, denn der HVE schaffte es wirklich, noch einmal hektisch zwei Bälle wegzuwerfen und einen völlig freien Wurf zu vergeben. Die Wölfe konnten aber nur noch verkürzen, am Ende behielt der HVE mit 29:32 knapp die Oberhand.
Positiv war, dass der HVE nicht auseinanderbrach und dank erfolgreicher Einzelaktionen die Führung immer behielt. In der vergangenen Saison hatte sich eine ganz ähnliche Partie zwischen beiden Mannschaften abgespielt, die damals am Ende dramatisch verloren wurde. Dieses Mal behauptete sich der HVE, auch wenn die zweite Halbzeit nicht schön anzusehen und eher ein großer Krampf als ein großer Kampf war. Dennoch kann der HVE sehr zufrieden auf den Saisonstart blicken Mit 8:2 Punkten geht es in einer lange Herbstpause von 7 Wochen, in denen die Mannschaft weiter an sich arbeiten kann, um sich danach mit diversen Teams aus der oberen Tabellenhälfte zu messen.