TSV Bonn rrh. 3 – HV Erftstadt Herren 1 36:21 (21:7)

Keine Chance gegen den Liga-Primus: Gegen den Tabellenführer aus Bonn hatte der HVE am Wochenende keine Chance und musste sich bereits in der ersten Halbzeit geschlagen geben.

Viel hatte sich die 1. Herrenmannschaft nicht ausgerechnet. Schließlich zieht Bonn in dieser Saison bislang verlustpunktfrei einsam seine Kreise an der Tabellenspitze der Kreisoberliga. Dennoch hatte sich der HVE im Pokalspiel im Februar ordentlich angestellt und sich nicht abschießen lassen. Auch im vergangenen Jahr überraschte man gegen den damaligen Tabellenführer aus Sieg auswärts mit einem Sieg.

Das Ziel war also, es Bonn zumindest schwer zu machen und zu schauen, wie lange man mithalten und vielleicht doch an einer Sensation schnuppern könnte. Dem gegenüber standen jedoch die ersten 4:01 Spielminuten: Diese benötigte Bonn, um mit einem 4:0 direkt davonzuziehen. Der HVE war noch gar nicht in der Partie angekommen und ließ sich überrumpeln, während die Gastgeber nach technischen Fehlern zu einfachen Toren kamen.

Als diese Fehler im Anschluss für einige Minuten abgestellt wurden, konnte sich der HVE noch einmal in die Partie kämpfen: Bis zur 9. Minute gelang ein 4:1-Lauf, womit der schlechte Start nahezu ausgeglichen war. In diesem kurzen Aufflackern zeigte sich, dass man defensiv durchaus gute Mittel hatte, wenn man in die geordnete Abwehr kam und nicht in erster oder zweiter Welle überlaufen wurde. Wenig später bot sich vom Siebenmeterpunkt die Chance auf den Ausgleich – doch stattdessen folgte ein kompletter Einbruch: Nach der vergebenen Gelegenheit dauerte es acht Minuten bis zum fünften und weitere neun Minuten bis zum sechsten eigenen Treffer. Insgesamt also 17 Minuten nahezu ohne eigene Offensive, während die Bonner dem HVE nach jedem Ballverlust und Fehlwurf gnadenlos davonliefen und bis zur Pause kein bisschen vom Gas gingen. Fraglich bleibt, wann die Partie endgültig entschieden war – beim 12:5 (20. Minute), beim 17:5 (27. Minute) oder spätestens beim Pausenstand von 21:7.

In der Halbzeitpause musste sich der HVE jedenfalls nicht mehr mit möglichen Sensationen beschäftigen, sondern damit, sich nicht vollkommen zu blamieren. Das größte Problem lag eindeutig in der Offensive, wo man sich vergeblich mühte, aber kaum zu klaren Chancen kam. Die vielen Gegentore resultierten hauptsächlich aus Ballverlusten und mangelndem Rückzugsverhalten, das immer wieder konsequent bestraft wurde. Stand der HVE hingegen einmal geordnet in der Abwehr, taten sich auch die Bonner schwer. Entsprechend lag der Fokus in der Pause auf dem Angriff – mit dem Ziel, sich nicht kampflos abschießen zu lassen.

Angesichts des Spielstands hatte Coach Micha bereits in der ersten Halbzeit nahezu allen Spielern Einsatzzeiten gegeben. Auch im zweiten Durchgang kamen alle Akteure in unterschiedlichen Konstellationen zum Einsatz, um Mittel gegen den TSV zu finden. Das gelang zumindest teilweise: Zwar war die Partie längst entschieden, doch beide Mannschaften ließen nicht locker. Der HVE konnte offensiv mehr Druck entwickeln und erzielte in der zweiten Halbzeit doppelt so viele Treffer wie im ersten Durchgang. Dadurch ergaben sich auch weniger Gegenstoßmöglichkeiten für die Bonner, sodass der HVE die zweite Hälfte immerhin nahezu ausgeglichen gestalten konnte (15:14).

Darauf muss der HVE nun aufbauen, um in den kommenden Partien endlich wieder punkten zu können.